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WAS IST TAIKO?
Taiko ist ein japanisches Wort, welches sowohl die japanische Art zu trommeln oder das Musikgenre als auch die Trommel an sich bezeichnet.
Taiko findet bei religiösen Zeremonien im Shintoismus und Buddhismus ihre Anwendung, aber auch bei Volksfesten ist sie bis heute nicht wegzudenken. Es existiert eine Vielfalt an Formen und Größen bei den Trommeln, die sich während der langen Geschichte Japans mit diversen traditionellen Kunstformen, wie Noh, Kyogen, Nagauta und Kabuki entwickelt haben.
Taiko steht auch in Verbindung mit dem Begriff "Kumi-daiko", einer Auftrittsgruppe mit mehreren Trommeln. Diese Art des Taiko hat eine junge Geschichte, wurde sie doch durch Gruppen wie Osuwa-Daiko und Sado-Ondekoza erst um 1950 ins Leben gerufen.
TAIKO HÖREN UND SEHEN: SHINON-DAIKO
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TAIKOGESCHICHTE
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TAIKO-GESCHICHTE
Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Der Originaltext kann bei Taiko-Center/Japan eingesehen werden.
DIE GEBURT DES TAIKO
Das Percussionsinstrument ist allgemein gesehen wohl das primitivste (im Sinne von primär) Musikinstrument in jeder Gesellschaft und so hat die Taiko in Japan eine 2000 jährige Geschichte hinter sich. Archeologischen Funden und Forschungen nach haben Vorfahren bereits in der Jyomon Ära Trommeln für Kommunikation und religiöse Rituale benutzt.
Sehr wahrscheinlich stammt die Ur-Taiko vom asiatischen Kontinent (Indien, China, Korea). Die Kontinentalmusik kam im 5-6 Jahrhundert nach Japan - zusammen mit mehreren Wellen von chinesischen und koreanischen Kultureinflüssen, die auf dem Buddhismus gründeten.
Als Taiho Ritsryo, die älteste Konstitution Japans 702 eingeführt worden ist, begründete man im kaiserlichen Palast das Hoforchester. Verschiedene Arten von Taikos, wie San-no-Tsuzumi, Furi-tsuzumi, Dadaiko, Tsuri-daiko, Ninai-daiko, Kakko, Kaiko und Ikko kommen bei Hofmusik zum Gebrauch. Dieser Taikostil ist einer der Wurzeln des heutigen Taiko.
Als die Samurai während der Kamakura Zeit (ab 1192) an Macht gewannen, erschien eine neue kulturelle Bewegung in Japan. Losgetreten durch chinesischen und koreanischen Einfluß entstanden so neue Kunstformen. Z.B. das Noh Theater in der Muromachi Ära (1336-1573), Kabuki in der Edo Zeit (1603-1867), ebenso wie Nagauta. Die Taikos spielen neben Koto, Shamisen und Shakuhachi als Begleitinstrument eine wichtige Rolle in all diesen Kunstformen. Die Technik des Schlagens der Taiko wurde über Generationen durch das Iemoto-System (ein Unterrichtssystem einer traditionellen japanischen Kunst) weitervererbt, während auf der anderen Seite die westliche Musik immer dominanter im modernen Japan wurde.
Taikos kommen heute wie damals sowohl in Shinto-Schreinen und Buddhistischen Tempeln als auch auf Volksfesten zum Einsatz.
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MODERNE TAIKOGESCHICHTE
"Kumi-daiko" bedeutet wörtlich: Taikogruppe mit mehreren Trommeln. Überraschenderweise wurde der Kumi-daiko Stil in den 50ern durch eine einzige Person erfunden, wobei ja Taiko eine lange Geschichte hat. Daihachi Oguchi, Gründer von Osuwa Daiko, ein Jazz-Schlagzeuger, kreierte den Kumi-Daiko Stil im Jahre 1951. Eines Tages bat man ihn, für den Osuwa Schrein ein altes Notenblatt mit Taikomusik zu entziffern, das man in einer alten Lagerhalle fand. Das Stück war in einer alten japanischen Notation aufgeschrieben und er konnte es zunächst nicht verstehen. Glücklicherweise gelang ihm mit Hilfe eines alten Mannes, der das Stück kannte, die Interpretation der Noten. Als Jazz-Schlagzeuger fand er die Rhythmen irgendwie zu einfach zum Spielen und fragte sich, warum man Taiko nicht zusammen mit anderen spielt. Er bekam diese sonderbare Idee und entschloss sich die Tradition zu durchbrechen. Inspiriert durch das westliche Schlagzeug-Set, formte er eine Gruppe, in der jeder Spieler eine andere Taiko schlägt. Kurz: er gab der gesamten Gruppe die Funktion eines Schlagzeug-Sets. Die hoch-gestimmte Shime-daiko bietet den Basisrhythmus, wie die Snare es tut. Die grollende Nagado-daiko setzt Akzente, wie die Bass-Trommel. Kaum bekam er diese Absicht, hat diese epochale Erfindung schon das Taiko für immer verändert.
Gefolgt von Osuwa Daiko, wurde 1959 von Yoshihira Ishikawa, Yutaka Ishikawa, Seido Kobayashi und Motoei Onozato das Yushima Tenjin Sukeroku Daiko gegründet, welches auf dem Edo-bayashi Stil gründete. Das charakteristische der Gruppe war das schnelle, kraftvolle Spiel und die einheitliche Choreographie. Später wurde die Gruppe in zwei Gruppen geteilt, Yushima Tenjin Sukeroku Daiko und Oedo Sukeroku Daiko, gegründet von Seido Kobayashi.
Eine andere Gruppe, die in die Taiko-Geschichte eingehen sollte, wurde 1969 geboren: Za Ondekoza. Tagayasu Den gründete die Gruppe auf der Insel Sado, welche im nördlichen Teil des Japanischen Meeres liegt. Die Gruppe war gänzlich anders, wie die vorhergehenden. Die Mitglieder waren nicht Eingeborene von der Insel, sondern kamen von überall aus Japan. Einige waren Jugendliche, verdrossen durch das geschäftige Treiben des Großstadtlebens. Sie lebten zusammen in einer Kommune, kultivierten Ackerland und liefen täglich einen Marathon. Das rigorose physische Training schien das Geheimnis der Gruppe zu sein, welches einen guten Sound hervorbringt. 1975 setzten sie mit einem sensationellen Taiko-Auftritt, nachdem sie den kompletten Boston-Marathon gelaufen sind, die ganze Welt in Erstaunen. Za Ondekoza wird als erste japanische Gruppe, die das Taiko, sozusagen über die Welt versprüht hat, angesehen. 1981 wurde die Gruppe geteilt. In KODO, welche aus den ursprünglichen Za Ondekoza-Mitgliedern bestand, und die neue Gruppe Za Ondekoza, die Den formierte. Heute ist KODO die bekannteste Taikogruppe, die beschäftigt rund um den Erdball reist.
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TAIKO IM REGIONALEN JAPAN
Der Zeitraum zwischen den '70ern und '90ern schien in Japan die Renaissance der Taiko-Musik zu sein. Die Aktivitäten von Osuwa Daiko und der anderen frühen Kumi-daiko Gruppen aus den '60ern, und die Taiko-Performance bei der Tokyo Olympiade 1964 zündeten den phänomenalen Boom für die nächsten Jahrzehnte. Die Menschen fingen an, ihre Aufmerksamkeit auf die regionalen kulturellen Einrichtungen zu richten, welche sich bis dahin meist aufzulösen drohten. Viele regionale Organisationen unternahmen Maßnahmen zum Schutz und, es wurden konsequent eine Menge Hozonkai (regionale Schutzorganisationen) hier und da in Japan gebildet. Noch dazu wurde das ganze 1980 von der Regierung durch eine enorme Subvention unterstützt. Das Endresultat ist, dass seitdem über 4.000 Taiko-Gruppen in Japan gegründet wurden. Eine wichtige Erneuerung in der Erziehung wurde kürzlich per Gesetz erlassen. Die musikalische Erziehung in der modernen Zeit war in Japan auf die westliche klassische Musik orientiert und entwertete somit die traditionelle japanische Musik. Die Erziehungsreform vom Jahre 2002 verpflichtet die Schulen, traditionelle japanische Instrumente, Taiko eingeschlossen, als Lehrmaterial zu verwenden. Sicher ist, dass die neue Generation die Taiko-Musik im 21. Jahrhundert reaktivieren wird.
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TAIKO IN DEN USA
Taiko wurde durch Emigranten im frühen 20. Jahrhundert in die USA gebracht. Hauptsächlich wurde die Taiko damals in Tempeln oder Festivals, als Miya-daiko geschlagen (Schrein-Trommel oder heilige Trommel). Japanische Emigranten schützten auf diese Art ihre Kultur, vielleicht um ihre Identität und kooperativen Geist zu wahren. Zum Beispiel, Bon-Odori, ein Tanz im Bon-Festival, bei dem die Seelen der Vorfahren im Sommer besänftigt werden, ist eins der kulturellen Aktivitäten, welches sie liebten. Einigen Quellen zu Folge, wurde das Bon-Odori Taiko-Trommeln auf Hawaii bereits um 1910 praktiziert. Kanazawa Kenjinkai, eine Organisation der japanischen Emigranten aus der Kanazawa Präfektur brachten es in den '30ern auch nach San Francisco.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und Japan USA den Krieg erklärt hat, erlebten solche japanischen Emigranten einen Schicksalsschlag. Sie wurden in Internierungslager gesteckt, wie feindliche Alien. Nachdem der Krieg zu Ende war, unternahmen die japanischen Amerikaner schwere Versuche sich in die amerikanische Kultur zu integrieren. Die erfolgreiche Generation verlor dabei viel von Ihrer Kultur, sogar die Muttersprache. Das Taiko wurde ebenfalls für eine lange Zeit vergessen, bis in die '60er.
Im Sturm der Bewegung für bürgerliche Rechte, wollten einige Japanoamerikaner ihre Identität als Japaner wiederbeleben. Sie fanden im Taiko einen Weg, um dies auszudrücken. Ende der '60er öffneten zwei Pioniere der Taiko-Musik in Nordamerika Tor und Riegel: das San Francisco Taiko Dojo und Kinnara Taiko. Seiichi Tanaka, geboren in Tokyo, emigrierte nach San Francisco 1967 und gründete im folgenden Jahr das San Francisco Taiko Dojo. Er war ein Schüler von Daihachi Oguchi, dem legendären Gründer von Osuwa Daiko. Sein Stil war eine Synthese aus Osuwa Daiko, Oedo Sukeroku und Gojinjyo Daiko. Das San Francisco Taiko Dojo war die erste Taikogruppe, die das Kumidaiko den USA, sozusagen, vorstellte. Die Gruppe inspirierte viele folgende Taikogruppen und trug eifrig zur Ausbreitung des Taiko in Nordamerika für Jahrzehnte bei. Der Reverend des Senshin Buddhist Temple Masao Kodani gründete Kinnara Taiko im Jahre 1969. Anders als beim San Francisco Taiko Dojo, basiert Kinnara Daiko auf einer buddhistischen Organisation und performt hauptsächlich für Veranstaltungen im Tempel. Die Gruppe ist eine der herausragendsten buddhistischen japanoamerikanischen Taikogruppen, die immer noch weiter-macht. Dieser Gruppe folgend, wurde 1973 San Jose Taiko ins Leben gerufen. Die Gruppe basierte ebenfalls auf einer buddhistischen Organisation. Einer der buddhistischen Priester dieser Organisation war ein Freund des Reverend Kodani, dem Gründer von Kinnara Taiko. Er wurde durch Kodani inspiriert, eine Taikogruppe in San Jose aufzubauen. Zunächst waren die meisten Mitglieder Sensei. Es drängte sie, die Kultur ihrer Großeltern wiederzubeleben, doch mit der Zeit brachten sie mit Hilfe des Taiko ihre Identität als Japanoamerikaner zum Ausdruck. Sie schufen eine symbolische Kunstform für die japanoamerikanische Kultur.
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TAIKO IM 21. JAHRHUNDERT
Inspiriert durch die erfolgreichen Welttourneen von Za Ondekoza und Kodo, wurde in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Taikogruppen in Japan und in der ganzen Welt ins Leben gerufen, besonders in Nordamerika. Die Anzahl der Taikogruppen in den USA und Kanada werden auf etwa 1.000 geschätzt. Der Taiko-Boom breitete sich auch über Europa, Australien und Südamerika aus. Es ist ein weltweites Phänomen, das sich im 21. Jahrhundert fortsetzt. Warum geschah dies? Es scheint mehrere Gründe zu geben. Einige Leute schätzen einfach die japanische Kultur. Manche werden durch den dynamischen Klang der Taiko-Trommel, der unvergleichlich mit allen anderen Perkussionsinstrumenten des Erdballs ist, verblüfft. Andere wiederum werden mit dem Taiko-Training angefangen haben, um Ihre Gesundheit zu stärken. Ein Grund, warum Taiko so attraktiv ist, ist ganz sicher die Schlicht- und Einfachheit.
Erstaunlicherweise gibt es einige Taiko-Gruppen, welche taube Mitglieder haben. Diese können erfolgreich am Konzert teilnehmen, wobei sie die Vibrationen der anderen Mitspieler erfühlen. Das ist die magische Kraft des Taiko.
Das Taiko ist der Herzschlag Japans, welcher während der langen, tiefen Geschichte die Seelen der Japaner belebte. Heute wird es zu einer universellen Musiksprache, die die Menschen auf der ganzen Welt näher zusammenbringt. Das Instrument besitzt ein unerschöpfliches Potential wenn man bedenkt, daß der Kumi-Daiko Stil vor relativ kurzer Zeit erfunden und entwickelt wurde. Traditionell, aber neu - das ist Taiko. Die Taiko-Musik-Entwicklung setzt mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts fort und vielleicht werden Sie es sein, der/die eine neue Generation der Taiko-Musik kreiert.
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DER DOJO
Dojo [do:dzo:] (jap. Ort des Weges) bezeichnet einen Trainingsraum für verschiedene japanische Künste (Budo) wie z. B. Kyudo, Judo oder Aikido. Im übertragenen Sinne steht der Begriff auch für die Gemeinschaft der dort Übenden. Auch wenn in der westlichen Welt ein Dojo meistens eine normale Sporthalle ist, so gelten für die Sportler und Gäste bestimmte Verhaltensregeln (Reishiki), die als Ausdruck der guten Manieren untereinander und des Respekts gegenüber dem Lehrer, der Tradition und dem Dojo anzusehen sind, z.B.:
- Vor dem Betreten der eigentlichen Übungshalle sind die Schuhe auszuziehen, damit der Boden nicht mit Straßenschmutz verunreinigt wird.
- Betritt man den Dojo, verbeugt man sich in Richtung Shomen (Vorderseite). Man zeigt mit dieser Verbeugung, dass man sich dessen Regeln unterwirft.
- Laute Geräusche :) oder Unterhaltungen sind unerwünscht, da die Übenden nicht gestört werden sollen.
Verhaltensanweisungen dieser Art sind nicht nur traditionell zu begründen, sondern für die Übung grundsätzlich von Nutzen. Ein Anfänger im Taiko muss noch nicht sofort mit der Trommel üben, denn es ist ihm möglich, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu schulen, indem er sich darum bemüht, sich im Dojo nach der Etikette zu verhalten, und verstehen lernt, dass Taiko nicht nur mit einer Trommel geübt werden kann. Das Studium des Taiko bedeutet permanente Arbeit an sich selbst, sowohl im Dojo als auch im sonstigen täglichen Leben. Das Ziel eines ausgeglichenen Lebens lässt sich nicht ohne Anstrengung, Respekt vor anderen Menschen und Geduld erreichen. Maximen, dies betreffend, lauten in Japan z.B.: "Beobachte Natur und Menschen aufmerksam und lerne", "Sind Dein Blick und Sinn klar, ist auch die Welt ordentlich und klar".
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